#278 Sozialdemokratische Schwedinnen - konservative Schweden?
Shownotes
Sozialdemokratische Schwedinnen - konservative Schweden?
Wenn im September in Schweden ein neues Parlament gewählt wird, könnte es für die aktuelle Regierung unter Ulf Kristersson eng werden. Die Mehrheit der Schweden ist nicht zufrieden mit der Regierungsarbeit, die Liberalen, die momentan Teil der Regierung sind, würden laut Umfragen nicht mehr ins Parlament einziehen und die oppositionellen Sozialdemokraten unter ihrer Chefin Magdalena Andersson würden mit Abstand stärkste Kraft werden. Es sieht - aktuell zumindest - alles nach einem Regierungswechsel aus.
Blickt man bei den Umfragen darauf, wie Männer und Frauen wählen, dann zeigen sich zwei vollkommen unterschiedliche Bilder. Würden nur die Frauen wählen, käme die aktuelle rotgrüne Opposition fast auf eine Zweidrittelmehrheit. Würden hingegen nur die Männer wählen, könnten sich Ulf Kristersson - knapp, aber dennoch - als Sieger über die Ziellinie retten.
Warum sind die Unterschiede im Wahlverhalten von Schwedinnen und Schweden so enorm? Welche Punkte trennen Männer und Frauen in Schweden?
Diesen Fragen will ich in dieser Episode nachgehen.
Zentrale Umfragen: Entscheidend für diese Folge ist die Umfrage von SCB: Partisympatiundersökningen maj 2026
Ebenfalls benutzt habe ich eine Nachwahluntersuchung zur letzten Wahl 2022, die die Universität Göteborg durchgeführt hat, und den Bericht Gender and climate action von Niklas Elert.
Neuer Staatsbürgerschaftstest: In der Bonusfolge gehe ich auf den neuen Staatsbürgerschaftstest ein, den es seit 1. Juni gibt und dem sich alle unterziehen müssen, die die schwedische Staatsbürgerschaft haben wollen. Wir testen ein paar Fragen, die nun vorab veröffentlicht worden sind.
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Transkript anzeigen
00:00:17: Entdecke Schweden zusammen mit Elchkos.
00:00:39: Hey Sanok, guten Morgen!
00:00:40: Zu dieser neuen Folge von ElchKos dem Podcast für Schweden.
00:00:43: mein Name ist Jo und ich freue mich sehr dass du heute wieder dabei bist.
00:00:45: Heute wird es ein bisschen.
00:00:46: ja es geht so ein bisschen in die politische Richtung.
00:00:49: zum einen schauen wir uns mal an wie Männer und Frauen unterschiedlich ticken in der Schwede und auch unterschiedlich wählen.
00:00:56: und im Bonusbereich die Folge die verlängert sich für alle Unterstützerinnen und Unterstützer.
00:01:00: noch ein bisschen da schauen wir jetzt mal den neuen Staatsbürgertest an der seit ersten Juni Pflicht ist, wenn jemand die Staatsbürgerschaft haben möchte.
00:01:09: Und Mitte August sind die ersten Kandidaten soweit, die dann diesen Test machen.
00:01:14: Der steht in der Kritik und wir schauen sie mal an und schauen uns vor allen Dingen ein paar Fragen an.
00:01:20: Um zu gucken wie läuft er?
00:01:22: Wie ist ihr aufgebaut?
00:01:23: Und könntest du denn auch die schwedische Staatsbürgerschaft zumindest gemäß dieses Tests erwerben?
00:01:28: das aber im Bonusbereich exklusiv für alle Unterstützerinnen und Unterstützer.
00:01:34: Ja, wir legen hier mal los.
00:01:36: Am dreizehnten September in diesem Jahr ist wieder einmal die Wahl zum Reichstag also zum Parlament, zum Riksdorgen in Schweden.
00:01:44: In dreihundert neunvierzig Plätze im Parlament werden neu vergeben und alle Schwedinnen und Schweden sind aufgefordert ihre Stimme abzugeben.
00:01:53: Daneben sind auch Wahlen in den Regionen als in den Läns.
00:01:56: Die Länen sind hauptsächlich verantwortlich so für für den öffentlichen Nahverkehr, für die medizinische Versorgung also für die Krankenhäuser beispielsweise.
00:02:04: Und es sind auch die Wahlen für die Kommunen.
00:02:06: Die Kommunen, die sind in Schweden vor allen Dingen verantwortlich für die Schulen aber auch für die Altenpflege beispielsweise.
00:02:13: Also das sind so die unterschiedlichen Ebenen und im September wird eben alles neu gewählt.
00:02:19: Wenn wir uns heute das Parlament anschauen dann sind es acht Parteien die im Parlament vertreten sind.
00:02:25: Das eineseits Die Regierung besteht aus den Moderatern.
00:02:30: Die Moderaterne sind so wie hier in Deutschland die CDU, es gibt die Christdemokraten, die sind noch konservativ ein bisschen stärker auf das christliche ausgelegt als in Deutschland, die CDU und die Liberaler.
00:02:47: Also die Liberalen, das ist so die FDP von Schweden.
00:02:51: Das ist der Kern der Regierungstruppe.
00:02:54: und diese drei Parteien, die stellen auch die Minister.
00:02:57: Aber sie hätten nie eine Mehrheit und deswegen lassen Sie sie unterstützen von den Svere-Demokraten, das sind die schwedischen Rechtspopulisten also am äußersten rechten Rand und die unterstützen... Die Regierungen arbeiten sehr, sehr eng mit ihnen zusammen.
00:03:15: Das gab es ein Abkommen, das sogenannte TIDÖ-Abkommen haben sie eben festgeschrieben, welche Ziele sie erreichen wollen.
00:03:23: Das ist wie eine Regierungsprogramm – heisst aber nicht Regierungsprogramm weil die Sphere-Demokraterner eben nicht in der Regierung sind und in der Opposition sind die Sozialdemokraten.
00:03:34: das ist die größte Partei, prinzipiell die größtepartei in Schweden aber eben dennoch aktuell in der opposition.
00:03:41: hier ist es Zentrum zu finden ihr eine Partei die sich so Zumindest historisch eher an ein ländliches, bäuerliches Publikum gerichtet hat.
00:03:52: Heute noch zum Teil auch so.
00:03:54: hier ist die Milieu Partiet vertretenes und sozusagen die Grünen von Schweden-und Wänsterpartiet das es die Linkspartei sind aktuell in der Opposition.
00:04:05: Laut Umfragen ist aber ein Großteil der Schweden unzufrieden mit der aktuellen Regierung unter Ulf Christa schon und daher gibt es seit Monaten eigentlich in allen Umfragenden eine deutliche Mehrheit für den linken sozialdemokratischen Block, also wenn so die Sonntagsfrage gestellt wird was würdest du wählen?
00:04:22: Wenn am Sonntag die Wahl wäre dann bekommt die aktuelle Opposition immer einen sehr deutlich und komfortablen Vorsprung.
00:04:30: Sozialdemokraten liegen in den Umfragen ungefähr bei zweiunddreißig Prozent, die Linkspartei bei zehn Prozent.
00:04:36: Die Umweltpartei bei sieben und das Zentrum bei sechs Prozent.
00:04:41: Das macht je nach Umfragens zwischen fünfundfünfzig und achtundfünftig Prozent für die jetzige Opposition also schon ein sehr deutlicher Vorsprung Bei den regierenden Parteien Moderatern und Sphäriedemokraterner Da liegen die Werte meistens so bei knapp unter zwanzig Prozent, immer so siebzehn, achtzehn und neunzehnt Prozent.
00:04:59: In diesem Dreherum, die Christdemokraten erhalten im Normalfall zwischen fünf und sechs Prozent Und die Liberalen sind ganz stark abgestürzt, liegen bei zwei Prozent manchmal sogar nur bei einem Prozent.
00:05:13: Die könnten also wenn es so dann auch ausgeht aus dem Parlament fliegen.
00:05:18: Es gibt in Schweden eine vier Prozent Hürde.
00:05:21: da Ja, liegen die Liberalen gerade aktuell deutlich darunter.
00:05:26: Und auch wenn die Liberallen dann eben nicht reinkommen, da wird es für die aktuelle Regierungskoalition noch schwieriger, die Regierungsarbeit fortzusetzen.
00:05:35: Das heißt momentan sieht eigentlich alles danach aus dass die nächste Regierungchefin, die aktuelle sozialdemokratische Parteichefin Magdalena Andersson wird.
00:05:46: So sieht das zumindest seit geraumer Zeit relativ stabil aus.
00:05:50: Aber es gibt noch ein Arber, der Anteil der Wähler die glauben das Schweden auf einem richtigen Weg befindet.
00:05:56: Der war zwischendurch historisch schlecht, der geht langsam wieder aufwärts.
00:06:00: Das heißt es könnte ja die Regierung die Witter grad so'n bisschen Morgenluft weil die Menschen bisschen zufriedener werden mit der Regierungsarbeit oder mit der prinzipiellen Ausrichtung.
00:06:11: Die Werte sind immer noch schlecht aber sie zeigen eben allmählich wieder nach oben.
00:06:17: So sieht das ganz grundsätzlich aus.
00:06:19: wenn man nun aber nur Frauen wählen lassen würde.
00:06:23: Dann sähe es ganz anders aus oder sähe ist viel klarer aus, denn dann wäre die Siegerin eindeutig Magdellina anders schon.
00:06:31: Wenn aber nur die Männer wählen würden, dann wird es sich Ulf Christa schon knapp ins Ziel retten würde ungefähr einen Fünfzig Prozent der Stimmen bekommen.
00:06:40: also die Schwiedinnen und die Schweden wählen sehr unterschiedlich.
00:06:45: Aber warum isst er so?
00:06:47: Und wo zeigen sie sich die Unterschiede?
00:06:49: Darum soll es heute gehen, weil das ja vielleicht doch auch vieles über das Land aussagt.
00:06:53: Man könnte ja denken dass Schweden als Land der Emanzipation der Frauengleichberechtigung oder die Gleichberechtigungen von Mann und Frau wirklich seit vielen Jahrzehnten sehr stark ist wo der Gender Pay Gap relativ gering ist.
00:07:09: Der ist auch vorhanden aber er ist deutlich geringer als in anderen Ländern.
00:07:12: man könnte ja glauben dass sich nach einem solchen Land vielleicht ja auch Männer und Frauen auch so ihr annähern, dass sie vielleicht ähnlich dann denken oder ähnlich ausgerichtet sind.
00:07:23: Aber nein die Sonntagsfrage zeigt... Die Frauen wählen deutlich sozialdemokratischer, linker oder umweltbewusster.
00:07:32: Die Männer viel stärker ihr konservativ.
00:07:35: aber warum ist das so?
00:07:38: Und wie gesagt wo zeigen sich die Unterschiede?
00:07:41: sehr konkret Da liefert eine Studie vom SCB, das ist das Schwedische Amt für Statistik aus dem ersten Halbjahr, im Jahr zum Jahr zweieinzigzehnt, nähere und ganz spannende Informationen.
00:07:53: Denn hier wurde ihm aufgetröstelt.
00:07:56: wie sieht es aus bei den Frauen?
00:07:57: Wie sieht es auch bei den Männern?
00:07:59: Und wenn eben nur die Frauen wählen würden dann bekäme der rot-grüne linke Block vierundsechzig Prozent der Stimmen also fast eine zwei Drittel Mehrheit.
00:08:09: Eine enormen Holzahl!
00:08:10: Wenn nur die Männer wählen Dann würden die Tide-Parteien, also die aktuelle Regierung plus eben die Sferjedemokraterna, die Rechtspopulisten, würden dann knapp die Mehrheit bekommen.
00:08:21: Einenundfünfzig Prozent.
00:08:23: Besonders deutlich sind die Unterschiede bei den Sozialdemokraten und bei den Sferiedemokroternar.
00:08:29: Wenn nur die Frauen wählen, dann würden die Sozialdemokraten aktuell hundertvierzig Sitze im Parlament bekommen weil hundertfünfundsiebzig hätte man schon die absolute Mehrheit.
00:08:40: das heißt Die Sozialdemokraten sind bei den Frauen extrem stark, hundert und vierzig Sitze.
00:08:47: Wenn aber nur die Männer wählen würden, hätten sie nur hundert sechs.
00:08:51: Das ist schon ein deutlicher Unterschied.
00:08:53: Bei den Rechtspopulisten, bei den Zwerg-Demokratern da wären es nur dreieundvierzig Sitze.
00:09:00: wenn nur die Frauen wählen würde, dreiundvierzig.
00:09:03: Wenn nur die Männer wählen Würden zweiundneunzig.
00:09:05: Das heißt bei den Männern Die Rechtspopulisten fast so gut wie die Sozialdemokraten.
00:09:13: Das ist schon ein sehr, sehr markanter, deutlicher Unterschied.
00:09:17: Kaum Unterschiede beim Wählerzuspruch für Zentrum Christdemokratinnen und auch bei den Liberalen.
00:09:22: Die Liberalen sind bei beiden Geschlechtern unter vier Prozent.
00:09:26: Das für sie sieht es wirklich sehr düster aus.
00:09:29: Ansonsten, die Männer tendieren etwas mehr zu den Moderaten, die Frauen dafür mehr zur Linkspartei- und zur Umweltpartei.
00:09:37: Also Frauen wählen deutlich linker, ökologischer, sozialdemokratischer Männer viel stärker konservativ oder auch rechtskonservativ.
00:09:46: Aber warum?
00:09:47: Schauen wir mal in die letzte Wahl zurück bei der Wahl.
00:09:51: Da gab es nämlich eine große Umfrage, in der die befragten Themen nach Dringlichkeit und Wichtigkeit priorisieren sollten.
00:09:59: Und das ist schon einmal ganz interessant.
00:10:01: da zeigt sich dann ein großer Unterschied.
00:10:04: Bei den Frauen waren die drei Top-Themen Wo sie gesagt haben, das ist für mich auch für die Stimme oder die Stimmabgabe eben wahlentscheidend.
00:10:13: Diese drei Bereiche waren erstens Gesundheitswesen, zweitens Schule oder schule Bildung und drittens die Gleichstellung.
00:10:21: Wenn man sich die Männer da anschaut, dann war auf Platz eins Recht und Ordnung, auf Platz zwei Energie- und Kernkraft.
00:10:28: also ganz andere Themen, ganz anderen Themen, die den Männer wichtig sind.
00:10:31: und das Thema Gleichstellung beispielsweise dass bei den Frauen auf Frank III ranziert Das sagten Männer erst unter Ferner liefen, war auf Platz zwölf.
00:10:41: Also hat für die Männer eigentlich keine Bedeutung.
00:10:43: Das heißt man sieht hier schon Frauen sind andere Themen wichtig als Männer und da liegt sicherlich eine Erklärung dafür warum sie auch so unterschiedlich wählen.
00:10:53: Schauen wir uns mal diese unterschiedlichen Themenbereiche vielleicht ein bisschen genauer an weil dadurch dieser Blick kann er vielleicht verraten warum es die Unterschiede auch gibt.
00:11:02: Bleiben wir bei dem Thema Gleichstellung.
00:11:04: Ich habe es gerade schon gesagt, für die Frauen sehr wichtig für Männer eigentlich kein wichtiges Thema oder kein wahlentscheidendes Thema.
00:11:10: Sie machen die Wahl nicht davon abhängig von diesem Thema welcher Partei sie ihre Stimme geben.
00:11:16: Gleichstellung!
00:11:17: Das ist ein Thema und ein sehr weites Feld.
00:11:19: das kann bedeuten dass Frauen ganz grundsätzlich mehr Einfluss bekommen sollten, mehr Mitspracherechte, mehr mitsprache Möglichkeiten aber auch sehr konkrete Fragen.
00:11:29: beispielsweise dass man einen sechs Stunden Arbeitstag fordert, weil ein sechs Stunden Arbeitstag grundsätzlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert.
00:11:39: Und an dieser Forderung wer will einen sechs stunden Arbeitstag?
00:11:42: Da zeigen sich zum Beispiel große Unterschiede.
00:11:45: aber nur könnte man ja sagen Moment mal.
00:11:46: Gleichstellung wird auch in Schweden seit jeher groß geschrieben und arbeitet nicht auch ganz viele Frauen.
00:11:52: ist es nicht irgendwie ein bisschen schief?
00:11:55: das ist dann schon richtig.
00:11:56: Aber wenn man genauer hineinschaut Dann sieht man eben schon, dass der Anteil von Teilzeitkräften beispielsweise.
00:12:02: Der ist bei Frauen viel größer als beim Männern.
00:12:05: Also Männer arbeiten viel häufiger in Vollzeit und Frauen deutlich häufiger im Teilzeit.
00:12:10: Unsere das private Heim, die Kinder, die Kinderaziehung sind doch tendenziell eher weibliche Aufgabenbereiche auch in Schweden.
00:12:19: Deswegen ist die Forderung nach einem sechstunden Tag, der die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern würde, ihm auch eher ein weibliches Thema.
00:12:29: Die Forderungen unterstützen nur etwa dreißig Prozent der Männer, aber fünfundvierzig Prozent eher der Gegend sind.
00:12:57: Das heißt, man kann das hier nicht nur an dieser Grenze Mann-Frau festmachen sondern es ist eben auch auf so ein politisches Lager ob man da eher zustimmt oder nicht.
00:13:08: Sehr deutlich wird der Unterschied zwischen Männern und Frauen in der Frage des Sozialstaates oder auch des Wohlfahrtsstaates.
00:13:14: Der Wohlahrtsstaat ist er seit den neunzelneinziger Jahren in Schweden deutlich zurückgebaut worden aber das Zahlstaat an sich ist immer noch relativ stabil und wichtig.
00:13:24: Gesundheit, Schule, Altenpflege.
00:13:26: Das sind so die Themen, die hier hineingehören wo eben der Staat die Aufgabe hat das sie auch gut läuft und dass alle gut versorgt werden gerecht versorgt wird.
00:13:35: Das ist eben die Kernaufgabe des Sozialstaates.
00:13:39: Und es sind Themen also Gesundheit Schule, alten Pflege
00:13:41: usw.,
00:13:42: das sind Themen die Frauen sehr wichtig sind Männern hingegen ihr weniger.
00:13:47: Männer sind auch stärker dafür den öffentlichen Sektor zu reduzieren damit den Sozialstaat vielleicht stärker zu privatisieren oder zurückzubauen als Frauen.
00:13:56: Also hier sieht man einen ganz grundlegenden Unterschied, allerdings muss ich auch sagen mehrheitlich sind sowohl Frauen als auch Männer für den Erhalt des starken öffentlichen Sektors und des starkes Staates.
00:14:07: Neunundzwanzig Prozent der Männer sagen die öffentliche Sektor so verringert werden also nur ungefähr ein Drittel aber es sind eben nur siebzehn Komma fünf Prozent der Frauen.
00:14:16: als bei Frauen finde das überhaupt gar kein Anklang.
00:14:19: Die Frauen wollen wirklich in der großen, großen Mehrheit einen starken Staat, einen starkem Sozialstaat.
00:14:25: Bei den Männern sieht es ein bisschen differenzierter aus aber auch hier eine Mehrheit fordert den starken Stadt, den starker Sozialstaats.
00:14:33: Lena Wengener-Rütt ist eine Professorin an der Universität in Göteborg und die Leiterin einer großen Wähleruntersuchung im Jahr Die sagt, dass eine Ursache hier für dieses unterschiedliche Denken darin begründet sein könnte.
00:14:51: Dass der Arbeitsmarkt in Schweden sehr deutlich nach Geschlechtern aufgeteilt ist.
00:14:56: Also Männer arbeiten deutlich häufiger in privatwirtschaftlichen Bereichen und haben auch höhere Löhne.
00:15:05: Deswegen haben sie zum Beispiel auch größeres Interesse an gesenkten Steuern.
00:15:08: Und wenn eine Partei – das sind da z.B.
00:15:10: eher die Moderaten oder die Christdemokraten Steuersenkung fordern und ihr den Staat, den Sozialstaat so ein bisschen abbauen wollen.
00:15:18: Das findet bei Männern in der Tendenz eher eine Klang als bei Frauen.
00:15:23: Also weil sie höhere Löhne haben, dass sie merken auch wenn es Steuererleichtungen gibt das merken sie deutlich stärker.
00:15:29: Frauen hingegen die arbeiten viel häufiger im öffentlichen Bereich vor allem in der Bildung und in der medizinischen Versorgung.
00:15:37: Sie arbeiten häufiger in der Pflege, in Krankenhäusern, in Schulen, Kindergärten usw.. Sie sind dadurch natürlich auch viel stärker an den öffentlichen Sektor gebunden, können vielleicht aber auch den Wert des öffentlichen Sektors viel stärkere wahrnehmen und wertschätzen.
00:15:54: Das heißt hier ein großer Unterschied und es gibt auch einen großen Unterschied bei dem großen Bereich Umwelt und Energie.
00:16:03: Da verlassen wir mal die Statistik von SCB und schauen uns mal die Untersuchungen des Naturwurzwerkes an.
00:16:10: Das Naturwurtwerke also das Umweltamt könnte man übersetzen macht regelmäßige Untersuchungen zu den Einstellungen gegenüber Klimafragen.
00:16:19: Also wie denken die Menschen über Klimafrage, über Klimawandel beispielsweise?
00:16:24: Sind sie bereit vielleicht auch den eigenen Lebensstandard zu reduzieren wenn es dafür dem Klima besser geht?
00:16:31: das sind solche Fragen die hier eben regelmäßig untersucht werden und diese Untersuchung zeigen eigentlich auch durchgängig dass Frauen umwelthemen und umweltschutz viel wichtiger sind als Männern und sie da auch engagierter sind.
00:16:45: Ich habe eine Studie, die heißt Gender and Climate Action, die zeigte dass sich wie Dinnen auch ganz unabhängig vom Ausbildungsniveau oder ob man ein Auto hatte nicht das wurde alles rausgerechnet.
00:16:55: Unabhängigt davon sind Sie viel umweltbewusster.
00:16:58: nehmt ihr in Kauf wenn der Liebenstand da etwas singt wenn zugleich Umwelt- und Klima geschützt werden könnten.
00:17:05: also hier sieht man einen Unterschied im Denken.
00:17:08: aber So groß sind die Unterschiede dann doch auch wieder nicht, denn auch viele Männer denken ähnlich wie die Mehrheit der Frauen.
00:17:16: Also sehr umweltbewusst oder eben auch dass sie in Kauf nehmen würden den eigenen Lebensstandard ein bisschen zu reduzieren wenn dafür das Klima geschützt werden könnte.
00:17:25: Das ist bei Männern in der Tendenz auch so.
00:17:28: Es gibt aber den großen Unterschied Denn es gibt eine kleine Gruppe die den Klimawandel negiert.
00:17:34: Die sagt, es gibt alles gar nicht.
00:17:35: Der ist nicht menschengemacht und so weiter sofort.
00:17:37: Die befinden sich hauptsächlich bei den sverierdemokraten und das sind eben hauptsächlich Männer.
00:17:42: zu einem sehr großen Teil besteht diese Gruppe.
00:17:44: Die relativ kleine Gruppe aus Klimawandleugnern, die besteht eben aus Männern Und diese Grupe, die senkt den Schnitt für die Männer.
00:17:55: Dadurch quasi gibt's einen Unterschied in den Haltungen im Durchschnitt.
00:17:59: wenn man sie dann aber genauer anschaut sieht man Viele Männer und viele Frauen denken, dass sie sehr ähnlich.
00:18:04: Bei den Männern gibt es aber eben noch so eine leugner Gruppe.
00:18:10: Eigentlich sind die Unterschiede nicht so groß.
00:18:12: Groß sind aber die Unterschied bei der Frage nach der Kernkraft.
00:18:18: Das ist eine Frage, die Männer und Frauen in Schweden seit Jahrzehnten trennt.
00:18:22: Eine Untersuchung von zwanzigvierundzwanzig zeigte das siebenundsechzigti Prozent.
00:18:26: Der Männer sagen, Kernkraft soll noch länger genutzt werden.
00:18:30: Siebenundsechzig Prozent, also zwei Drittel aller Männer sagen das ja.
00:18:34: auf Kernkraft sollen wir auch in Zukunft und längerfristig auch setzen.
00:18:39: Der gleichen Meinung sind bei den Frauen nur achtunddreißig Prozent.
00:18:43: Also deutlich unter der Hälfte knapp mehr als ein Drittel.
00:18:47: Bei den Männern sind es zwei Dritteln.
00:18:49: Das heißt hier einen Unterschied von neunundzwanzig Prozentpunkten und dass ist schon ein gewaltiger Unterschied.
00:18:54: Warum das so ist?
00:18:55: Konnte die Studie nicht klären.
00:18:56: ich habe nur die Zahlen gefunden.
00:18:58: aber da sind schon Gewaltige Unterschiede hier in der Kernkraft, eine Frage die Geschlechter in Schweden ganz offensichtlich trennt.
00:19:06: Dann gibt es noch einen Bereich den habe ich vorhin auch gesagt, ein Bereich der dem Männern sehr wichtig ist Recht und Ordnung.
00:19:14: Wenn man sich aber dann die Werte dazu anschaut wenn es darum geht Zustimmung zu einzelnen Maßnahmen beispielsweise da gibt es keine so allzu großen Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
00:19:24: Beide wollen beispielsweise mehrheitlich, immer so um die siebzig Prozent, härtere Strafen gegen Gang-Kriminelle.
00:19:31: Das ist bei beiden eine ganz klare und deutliche Mehrheit.
00:19:34: Gibt es kleinere Unterschiede bei der Bestrafung von Jugendlichen?
00:19:37: Da sind die Männer eher für härterekstrafen.
00:19:40: Frauen sehen das ein bisschen differenzierter, muss man nicht unbedingt härter bestrafen, da gibt es kleineren Unterschieden.
00:19:46: aber im Kern sind die Einstellungen von Männern und Frauen in Schweden zu dieser Frage relativ ähnlich.
00:19:53: der Unterschied ist, dass Männern die Frage viel wichtiger ist als Frauen.
00:19:59: Und sie deswegen bei der Wahlentscheidung eben entscheidender bei den Männern und bei den Frauen nicht so entscheidend.
00:20:05: Das ist eben Punkt, weshalb dann eben die Männer wahrscheinlich eher zu dem Sverigedemokraterner oder dem Moderaterner tendieren weil diese beiden Parteien sich das eben ganz stark auf die Fahne geschrieben haben.
00:20:18: Der Punkt Migration noch mit reinspielen.
00:20:20: Männer wollen in der Tendenz weniger Flüchtlinge aufnehmen, Frauen sind also ein bisschen liberaler und auch das kann dazu führen dass Männer vielleicht eher eben den Sverierdemokraterner zusprechen.
00:20:33: Und am Schluss sehen wir noch bei etwas ganz grundsätzlichen Wohin soll eigentlich der Staat überhaupt gehen oder das Land gehen?
00:20:41: Welche ganz grundsetzliche Richtung?
00:20:43: Und da merkt man dann eben doch auch wieder Unterschiede.
00:20:45: Männer sind sehr stark für eine klare Marktwirtschaft, durchaus ordentlich soziale Marktwirtschaft oder Soziale muss dies zu groß geschrieben werden – die Marktwirtschaft ist das Entscheidende!
00:20:56: Frauen sind viel mehr für einen Ausgleich bei den Einkommensunterschieden, für mehr Umverteidung und sie sind viel stärker engagiert für Solidarität, für Gleichstellung.
00:21:06: Das heißt hier ist ihr also ein... ein solidarischer und sozialdemokratischer Staat, der hier gefordert wird in der Mehrheit.
00:21:14: In der Tendenz natürlich nicht bei allen aber in der Tende.
00:21:16: Bei Männern ist es eine viel stärkere Ausrichtung auf die Marktwirtschaft.
00:21:20: Und das ist glaube ich schon so etwas zum grundsätzlichen Unterschied und der dann mit großer Wahrscheinlichkeit eben auch erklärt warum Männer eher ins konservative Lager tendieren und die Frauen eher eben ins ökologische linke sozialdemokratische lager tendiert.
00:21:37: Man muss sich so ein bisschen die Einstellungen und auch die Priorisierungen näher anschauen, dann kann man den Unterschied im Wahlverhalten relativ schnell erklären.
00:21:47: Und ganz wichtig eben zu der Lebens- und Arbeitswelt, die prägen eben die Sichtweisen und damit die Einstellung von Menschen.
00:21:53: also wer eben viel ich weiß nicht mit der Pflege oder mit der Ausbildung von Kindern zu tun hat, dem ist vielleicht eine starker Staat einen funktionierender Staat, der auch gut mit Steuern ausgestattet wird.
00:22:04: Viel wichtiger als jemand, der vielleicht in privatwirtschaftlichen Arbeit, der vielleicht viel Geld verdient sich dann auch privat gut absichern und versorgen kann.
00:22:12: Dem ist ja ein starker Staat vielleicht nicht mehr so wichtig.
00:22:15: Und da eben Männer eben ihr in der Privatwirtschaft mit höheren Löhnen arbeiten als Frauen Kann noch das eben einen Unterschied erklären?
00:22:25: Ja wir sehen Männer und Frauen in Schweden die Schwedinnen und Schweden Die tickend durchaus In manchen Bereichen bisschen unterschiedlich wählen sehr unterschiedlich.
00:22:34: Am Schluss sind ungefähr fünfzig Prozent Männer, fünfzig prozent Frauen.
00:22:38: Hält sie das an die Waage?
00:22:39: Und da die aktuelle Regierung selbst bei den Männern also wenn nur die Männer wählen würden eine ganz knappe Mehrheit erringen würden.
00:22:46: Die aktuelle Opposition bei den Frauen aber eine sehr deutliche Mehrheit ist es dann wahrscheinlich dass es eben ein Regierungswechsel gibt im September.
00:22:57: Aber wie gesagt ich habe es vorhin erwähnt momentan gibt es eine leichte Aufwärtstendenz für die Regierung.
00:23:03: Das heißt Wir schauen mal, in zwei Monaten wird gewählt.
00:23:07: Erst dann können wir genaueres sagen!
00:23:11: Ja so viel zu diesem finde ich ganz spannenden Thema über Schweden Männer und Frauen wie sie denken und wählen.
00:23:19: In der Bonusfolge mache jetzt noch ein bisschen weiter mit einem politischen Thema.
00:23:22: da geht es nämlich um den Staatsbürgertest, der ja jetzt ganz neu entwickelt wurde Aber wo eben auch die ersten Kandidaten sich bald diesem Test unterziehen werden.
00:23:33: Wir machen auf fünf Fragen, machen ein Test wie gut bist du?
00:23:37: Wie gut kennst Du Dich mit Schweden aus?
00:23:39: Würdest Du diesen Staatsbürgertest bestehen?
00:23:43: Wenn Du da reinhören möchtest und Du noch kein Unterstützer bist von Elchkos geh einfach zu Steady.de.
00:23:49: Den Link findest Du in den Show-Nolts Klick da drauf Und Du kannst dann vier Unterstützerpakete Deines Auswählen.
00:23:58: Dabei würde mich sehr freuen, dass ein kleines Projekt, dein kleines privates Projekt ist deswegen auf deine Unterstützung angewiesen.
00:24:06: Nur so kann ich diese Arbeit, die ich mache auch weiterhin machen und würde mich also riesig freuen wenn du mich da so monatlich auf einen Kaffee beispielsweise eindätzt.
00:24:15: Das würde mir sehr freuen.
00:24:18: Ich wünsche dir nun eine wunderschöne Woche.
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