#292 Als Berlinbarn nach Schweden
Shownotes
Als Berlinbarn nach Schweden
Seit den späten 1940ern gab es die sog. Berlinbarnresan, die Reise von Berliner Kindern nach Schweden (und auch in andere Länder wie Norwegen und die Niederlande). Berlin war eingekreist von der DDR, seit 1961 auch durch die Mauer rigoros geteilt. Reisen war schwer. Um den Kindern die Gelegenheit zu geben, mal rauszukommen, frische Luft und Natur zu genießen, einfach ein paar unbeschwerte Wochen zu erleben, wurde ein Programm ins Leben gerufen, mit dem Kinder für einige Wochen oder Monate im Jahr bei Gastfamilien in anderen Ländern leben konnten.
Ein solches Berlinbarn ist Martina, die heute bei Elchkuss zu Gast ist. Sie reiste 1974 als neunjähriges Mädchen zum ersten Mal nach Eskilstuna, später lebte sie bei Gastfamilien im Raum Örnsköldsvik. Sie erzählt von ihrer Kindheit in Westberlin, von der ersten Reise, bei der sie erst am Bahnsteig erfuhr, wo genau sie überhaupt hinkommt, von ihrer Zwillingsschwester, die irgendwann in Schweden geblieben ist, und davon, was all diese Reisen mit ihr und ihrem Verhältnis zu Schweden gemacht haben.
Es ist eine wundervolle Geschichte. Hör gerne rein!
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Transkript anzeigen
00:00:17: entdecke Schweden zusammen mit Elchkos.
00:00:40: Im nächsten Jahr wird Elchkus zehn Jahre alt, zehn Jahre in denen wirklich viel passiert ist.
00:00:45: Zehn Jahre, in denen ich mich intensiv mit Schweden beschäftigen konnte und das schätze ich ganz besonders auch auf viele hochinteressante Menschen getroffen bin.
00:00:54: Menschen die irgendwie eine ganz spannende Geschichte haben, die viel erlebt haben, vielleicht auch einen ganz speziellen Blickwinkel auf eine bestimmte Sache haben.
00:01:01: Und es erweitert mein Horizont, das weitet den Blick Wie man sehr, sehr dankbar war.
00:01:06: Ich bin immer auch so neugierig auf neue Personen, neue Menschen und neue Erlebnisse.
00:01:11: Ein solcher Mensch ist auch Martina Büttner.
00:01:14: Sie schrieb mir vor einiger Zeit eine Mail in der sie von ihrer Geschichte und ihrem Bezug zu Schweden erzählte.
00:01:20: Und mir war sofort klar sich diese Mail als diese Geschichte die muss erzählt werden!
00:01:26: Deswegen freue ich mich sehr dass du Martina heute hier bei Eichkuss zu Gast bist.
00:01:30: Hey!
00:01:31: Hey!
00:01:32: Ja Martina Du warst ein sogenanntes Berlin-Bahn Ein Berliner Kind, wenn man es wirklich übersetzt und du dürftest als solches in deiner Kindheit nach Schweden reisen.
00:01:44: Bevor wir zu diesem Programm kommen, wandern wir aber zuerst mal in der Geschichte so ein bisschen zurück und reißen ins Berlin der sechziger-siebziger Jahre da wo du aufgewachsen bist genauer noch Westberlin.
00:01:54: die Mauer stand daher schon also Berlin war eine wirklich radikal getrennte, geteilte Stadt.
00:02:00: Du bist Ninzehntfünfundsechzig geboren?
00:02:02: Wie hast du da so deine Kindheit erlebt in Westberlin zur Zeit der Mauer?
00:02:07: Wie war das so?
00:02:08: Was sind deine Erinnerungen an diese Zeit?
00:02:10: Ich bin ja groß geworden im Westen und aber auch ziemlich nahe an der Mauhr damals.
00:02:16: ich bin aufgewachsen an der Nähe der Wohnholmer Brücke die er bekannt war wurde durch die Nacht der Mäueröffnung Und meine Oma wohnte direkt In der Gartenstraße direkt an der Mauer.
00:02:29: Das heißt also vor ihrem Fenster, auf der anderen Straßenseite stand die Mauer und in der Nähe immer dieser Ausgucke wo man mal hoch konnte.
00:02:39: Und wir als Kinder hatten richtig Respekt.
00:02:42: Also absolut.
00:02:44: Wir hatten Angst teilweise auch Ja dass da irgendwas passieren könnte aber ansonsten gehörte sie einfach dazu.
00:02:54: und später dann nach den Siebzigern durfte man ja auch zu Besuch rüber.
00:03:00: Rüber heißt er immer in Osten, meine Familie kommt aus dem Osten.
00:03:06: Meine Eltern, meine Mutter ist im Ost-Berlin groß geworden bzw außerhalb Berlins und mein Vater kommt aus Dresden das heißt eigentlich geflüchtet und dann haben wir unsere Familien dort kennengelernt.
00:03:20: Das heißt wir waren immer irgendwie verbunden Aber dennoch getrennt und wir hatten eben das Privileg, wir konnten rüber.
00:03:28: Aber die andere Seite konnte uns nicht besuchen.
00:03:30: Das ging gar nicht.
00:03:33: Und wie war das so als Kind?
00:03:34: Wenn der Heimatort in West-Berlin war natürlich auch eine große Stadt.
00:03:38: aber trotzdem war dieser Heimat Ort ja eingeschlossen von einem anderen Land der DDR.
00:03:43: Du sagst es, ihr konntet's schon auch rüber, aber trotzdem waren alles ein bisschen schwieriger.
00:03:48: Das Reisen war schwieriger, alles war irgendwie so ein bisschen abgeschlossener, eingeschlossner vielleicht auch.
00:03:53: Wie ist das, wie erlebt man das?
00:03:55: Also ich fand immer ganz schrecklich waren die Grenzkontrollen.
00:04:01: Wenn wir da als Kind... Wir sind ja natürlich immer mit unseren Eltern dann rüber gefahren.
00:04:08: Diese strengen Kontrollen diese... Ich weiß nicht, ich hatte auch immer Angst irgendwie was passiert.
00:04:14: Irgendwie wird jemand erwischt Ich weiß es nicht.
00:04:18: Das war wirklich sehr, sehr stressig gewesen.
00:04:22: Deshalb bin ich gar nicht so gerne rübergefahren.
00:04:25: und ich kann mich auch an eine Situation erinnern.
00:04:27: später sind wir auf den tollen Weihnachtsmarkt immer im Osten gefahren.
00:04:31: der war auf dem Alex also ist ja heute noch riesig.
00:04:34: aber damals war das so richtig traditionell und toll und irre.
00:04:38: und da sind wir als Familie alle rüber und jeder von uns hatte ein Parker.
00:04:42: an.
00:04:43: wenn man sich erinneren konnte war am parker die Flagge an dem einen Arm dran.
00:04:49: Die Deutschlandflagge.
00:04:50: Und irgendwann kamen dann Grenzpolizisten auf uns zu, die waren nachher sehr nett in dem sie uns die Möglichkeit gab mit einem Pflaster das abzukleben.
00:05:01: Sonst hätten wir halt praktisch das Land verlassen müssen und herr.
00:05:04: Das war also... Also meine Freude am Weihnachtsmarkt war total getrübt danach.
00:05:10: aber wir sind nicht festgenommen worden, ich gar nicht!
00:05:14: Aber es war schon Ja, das war sehr prägend.
00:05:18: Also würdest du auch sagen dass diese Situation auch so dein ganz normalen Alltag auch geprägt hat?
00:05:23: Oder war es immer nur so spezielle Situationen wo dann vielleicht irgendwie dieses vielleicht beklemmende oder betrückende spürbar wurde?
00:05:29: oder war das auch im ganz normalem Alltag spürba?
00:05:32: Im normalen alltag war das überhaupt nicht spürer.
00:05:35: also sie sind wirklich für uns für mich ich würde sagen frei aufgewachsen.
00:05:41: Das hatten wir nicht gemerkt, also wir hatten keine Nachteile was Lebensmittel betraf.
00:05:46: Im Gegenteil ich glaube wir waren sogar besser dran.
00:05:49: Also es war überhaupt keine Einschränkung gewesen.
00:05:54: Es war immer nur der Moment wenn man rüber gegangen ist oder wenn man ja weiß ich nicht Wenn man sich den Ausguck angeguckt hat Oder weil man mal wieder hörte dass irgendwas an der Mauer passierte.
00:06:06: Aber sonst war das überhaupt nicht.
00:06:08: Nee, ich bin auch nicht an der Mauer lang gelaufen und hatte die ganze Zeit weiß ich nicht ein schlechtes Gefühl.
00:06:14: Nein gar nicht das gehörte einfach dazu.
00:06:17: Okay ja dann ist da dieses Programm gewesen Berlin-Born.
00:06:22: Berliner Kinder wird irgendwie ermöglicht für ein paar Wochen ein paar Monate im Jahr nach Schweden zu reisen, um rauszukommen und freie Natur frische Luft zu genießen.
00:06:31: Einfach auch unbeschwert leben zu können.
00:06:33: Das sind die Ziele oder Ideen hinter diesem Programm.
00:06:37: Wie bist du in dieses Programm hineinbekommen?
00:06:39: Mussten sich da deine Eltern bewerben oder wurde es ausgewählt?
00:06:42: Oder wie lief das?
00:06:44: Also das Programm war ein Teil eines ganz großen Programms muss man dazu sagen.
00:06:48: Die Jugendämter konnten die Kinder, konnten Familien... ermöglichen ihre Kinder verreisen zu lassen.
00:06:56: Und das war am Anfang, weiß ich London gehörte dazu die Niederlande gehörten dazu und die Steiermark Österreich nachher.
00:07:06: Und so dass wir auch mal in Holland waren, das war ganz am Anfang und mein kleiner Bruder war dann irgendwann das allererste Mal in Schweden Da war er plötzlich vier Monate weg, kam wieder zwei Tage vor seiner Einschulung und konnte kein Wort Deutsch mehr.
00:07:26: Ja und ab dem Moment das war so dass meine Eltern entschieden okay das wäre ja auch was für uns Und haben dann halt auch beim Jugendamt angefragt.
00:07:34: Dann ging es eigentlich ohne Probleme Man konnte verschickt werden.
00:07:40: Also die Organisationen waren in zwei Teilen einmal Was Berlin gemacht hat und einmal das was In dem Fall Schweden gemacht hat.
00:07:49: Und in Schweden war das, ich sag mal Rühneblom.
00:07:52: War damals bekannt als einer der großen Organisatoren und dann war es in ganz Schweden aufgeteilt in den Lands.
00:08:02: Und überall gab es dann halt weitere Organisaturen die sich kümmerten darum dass Berliner Kinder in Familien aufgenommen werden können ohne dass die Familien in Schwede dafür bezahlt werden.
00:08:19: So war das dann, dass wir, ich glaube, ich war neun.
00:08:24: Kann sein irgendwie so in dem Alter.
00:08:27: Dann ist erste Mal nach Schweden verschickt worden.
00:08:30: Wir waren total aufgeregt.
00:08:32: man wusste ja überhaupt nicht wo man hinkommt.
00:08:34: Das erfährt man erst am Zug direkt auf den Bahnsteig.
00:08:39: Das ist nicht vorher
00:08:40: spannend wirklich bis zum Schluss absolut.
00:08:43: und in dem Fall war es besonders spannend weil ich habe eine Zwillingschwester.
00:08:47: Drei Tage vor der Verschickung musste man zum Jugendamt.
00:08:52: Dann wurde man erst mal untersucht und bekam dann den Stempel auf der Karte reisefähig, das war eigentlich für mich der Beginn dieser Reise.
00:09:00: Ha!
00:09:00: Reiseweg.
00:09:02: Und dann stand dort drauf, wann man sich wo auf dem Bahnsteig zu melden hat?
00:09:07: Am Anfang waren es Bahnhof Zoo und später sind wir immer von Charlottenburg abgefahren war immer ein Sonderzug.
00:09:14: Also es war nicht der normale Zug, weil kann man sich vorstellen mit zweihundert dreihundert vierhundert Kindern ist das reicht nicht.
00:09:21: und da stellten wir also fest dass meine Zwillingschwester und ich in unterschiedlichen Waggons landeten allerdings mein kleiner Bruder und Ich der dann auch das erste mal mitgefahren ist wie.
00:09:32: beide waren zusammen Und Man bekam einen Umhängekärtchen habe ich heute noch.
00:09:39: Da stand vorne dann Mein eigener Name drauf und auf der Rückseite der Name, der Familie.
00:09:45: Und die Karte war farblich markiert so dass auch jeder der Betreuer wussten das Kind gehörte in meine Gruppe.
00:09:54: Das muss mit dort und dort aussteigen.
00:09:57: So landeten wir also ein Eskilstüner das allererste Mal.
00:10:00: Da komme ich gleich noch drauf zu sprechen.
00:10:02: Ich würde gerne etwas über das Programm auch sprechen.
00:10:04: du hast gesagt in Schweden waren es dann andere Träger.
00:10:06: sind Berlin feindes Jugendamt hast du gesagt?
00:10:09: Wer war da in Schwedens?
00:10:11: Kirchliche Träger oder Freikirchen?
00:10:14: Oder Parteien, oder wer war da die Träge, die das mitorganisiert haben.
00:10:20: Also so weit ich weiß, war Rüne Blum und Siegurt glaube ich ist der andere.
00:10:25: Die waren freie Leute, die einfach um das Leid sagen was mal so, der Kinder- oder der Familien im Westen Berlins wussten und einfach versuchten irgendwie den Kindern, den Familien Möglichkeiten zu geben, dass die Kinder mal rauskommen.
00:10:46: Denn sonst kam man eigentlich nur heraus aus Berlin als Kind, wenn man mit den Eltern verreist ist.
00:10:53: Klar muss man durch die Zone fahren.
00:10:56: wir waren nie mit unseren Eltern verreißt oder wir waren über Rote Kreuz oder weiß ich was in mit mehreren Kindern also in so Gruppen reisen zur Verschickung verreißt.
00:11:08: Sonst waren wir da nicht.
00:11:09: Und in Schweden waren das halt die beiden, die das angefangen hatten und dann irgendwie ich weiß nicht wie es ging.
00:11:18: Nicht hatte nichts mit Kirche zu tun aber auch nix mit Partei sondern ist einfach geschafft hatten Leute anzusprechen, die dafür aufbranken.
00:11:28: Die sagten okay machen wir.
00:11:30: Ja?
00:11:30: Und dann waren das am Anfang... Ich glaube das ging ja in den Fünfzigern sogar los noch vor der Mauer und dann in den Sechzigerjahren, ich glaube in den sechzigern Jahren war das.
00:11:44: Da fing das an und ich weiß auch dass viele der Kinder die am Anfang gefahren sind in Schweden geblieben sind.
00:11:54: also sie sind praktisch von zu Hause weg und wussten, dass sie gar nicht mehr nachhause werden.
00:11:59: Also meine eine Pflegemutter hat zum Beispiel Berlinerin, die ist in Berlin groß geworden bis fünf Und ist dann nach Schweden und dort geblieben.
00:12:11: Das war so der Anfang, aber wie gesagt die Leute brannten und so hat sich das auch rumgesprochen wurde viel Werbung gemacht innerhalb der Orte in den Zeitungen und die interessierten Eltern haben sich dann wieder bei dieser einen Person Ansprechpartnerin des Ortes wie zum Beispiel Ernstesweg gemeldet und so war es ein ganz Schweden verteilt.
00:12:34: Habe
00:12:34: ich da ein bisschen eingearbeitet, auch die erste Programme wurde, glaube ich, im Jahr nineteenundvierzig schon oder achtundviertzig.
00:12:40: Also Zeit der Berlin-Blockade wusste ja wirklich alles sehr fragil und unsicher.
00:12:45: dann war wo man gar nicht wusste wie geht es überhaupt mit Berliner weiter?
00:12:47: Da ist das irgendwie ins Leben gerufen worden.
00:12:50: Und ich glaube in diesen späten Vierzigerjahren war das für viele Kinder nochmal eine ganz andere Situation.
00:12:56: Da war Berlin noch in Teilen immer noch zerstört.
00:12:59: Väter waren vielleicht noch in Gefangenschaft oder waren gefallen.
00:13:02: also das waren ja oft prekäre Situation für die Kinder, kann ich mir sehr gut vorstellen.
00:13:08: Wohnraum war knapp und so weiter und sofort.
00:13:10: Und ich habe auch gelesen es in der Berliner SPD, die wohl auch sehr das Programm unterstützt hat vor allem auch Willy Brandt, der ja auch lange Regierender Bürgermeisterin Berlin war und er selbst ja auch in Norwegen und Schweden im Exil war und dort Zuflucht vor den Nazis gefunden hat.
00:13:26: Das heißt, er hat vielleicht auch seine eigene Geschichte da ja vielleicht auch gehabt und vor diesem Hintergrund dann das auch ganz massiv unterstützt?
00:13:34: Kann
00:13:34: ich auch nur unterstützen, weil wir wohnten ja im Wedding.
00:13:37: Und der Wedding war, wie soll ich sagen?
00:13:40: Der Wedding hat total rot SPD geführt und die haben hier alles gemacht für die Kinder.
00:13:47: Es gab Kinderfeste.
00:13:48: also ich habe nur gute Erfahrungen an damals und kann mir durchaus vorstellen dass es tatsächlich eine Parteigeschichte gewesen ist in Berlin.
00:14:01: Aber wir haben davon profitiert Und das war gut und die allerersten sind sogar geflogen, soweit ich da informiert wurde.
00:14:09: Weil sie sind nicht mit dem Zug gefahren.
00:14:11: Die sind geflogen.
00:14:13: Das war auch mein Bruder der ist beim Allerst mal auch geflogan.
00:14:17: Also jedenfalls es war schon eine tolle Sache.
00:14:21: leider gibt's die nicht mehr.
00:14:23: Ja kommen wir zu deinen ersten Reisen.
00:14:25: hast du schon vorhin erzählt plötzlich du deine Zwillingschwester ihr seid getrennt?
00:14:30: Ist ja wahrscheinlich gerade bei Zwillingen nochmal... Vielleicht mal besonders, wenn man Zwillinge trennt.
00:14:36: Wie war diese Situation?
00:14:38: Das kann ich mir unfassbar aufwühlen vorstellen.
00:14:41: Man reist nach Schweden ein neues Land eine fremde Sprache, fremdige Gasteltern Abschied von den eigenen Eltern, Abschied der Zwillingschwester.
00:14:49: Da kommt ja unfassba viel zusammen in irgendwie einem Moment.
00:14:53: Was ist dir da so in Erinnerung geblieben?
00:14:55: Also die Trennung meiner Schwester Als wir nach Schweden fuhren, nicht ganz so negativ aufgefallen.
00:15:02: Weil wir sind vorher schon getrennt gewesen.
00:15:05: das erste mal war London da waren ja auch gerade fünf.
00:15:09: Das fand ich viel schlimmer weil es war wirklich unsere erste Trennung und danach Steiermark Da waren immer in der Nähe aber auch Nicht bei gleichen Familien Schweden.
00:15:21: also die Fahrt war.
00:15:23: Wir hatten Ja, sowohl schwedische Beteuer als auch deutsche Beteuerte hatten mir mit der Sprache noch gar nicht so viel Erfahrung gehabt.
00:15:32: Also natürlich haben wir Kinder alle von den schwedischen Betreuern das Zählen gelernt.
00:15:36: Das ist ja das was man unterwegs kannst du mal.
00:15:39: oder was heißt ich liebe dich?
00:15:40: Das waren die ersten Worte.
00:15:42: Wir sind aber in Stockholm ausgestiegen mein kleiner jüngerer Bruder und ich weiter nach Esgels Dühner und meine Gastfamilie.
00:15:49: da war die Mutter auch aus Deutschland.
00:15:51: Das war nicht ganz so fremd dadurch.
00:15:54: Es war für mich überhaupt nicht.
00:15:55: Mein Bruder hatte es schwieriger, aber meine Gastmutter sprach Deutsch und hatten ein Riesenunternehmen, eine Riesenfirma und hatten eine Tochter in meinem Alter zu der ich heute noch Kontakt habe oder wieder Kontakt habe.
00:16:14: Meine Gasteltern leben leider nicht mehr dort.
00:16:17: Aber das war eines der schönsten Erlebnisse in Schweden, weil die sind mit mir um den ganzen Süden Schwedens gesegelt vier Wochen lang.
00:16:30: Dieses Erlebnis hätte ich nie gehabt.
00:16:33: allerdings laden sie dann dieses Kind nicht noch ein zweites Mal ein sondern Sie sagen sich, Sie möchten immer wieder einen anderen Kind diese Chance geben.
00:16:43: somit war ich einmal im Eskis-Düner Und danach wussten ja die Gasteltern meiner Zöllingsschwester, ah da existiert noch jemand und die haben mich dann auch eingeladen.
00:16:52: So dass ich dann plötzlich von dem unteren Schweden oder mittleren Schwäden weiß ich Stockholmbereich oben in... Ja Anches Weg landete was ja höher Küsten ist.
00:17:04: Das war schon eine ganz andere Fahrt weil sie ging viel länger, da waren wir mit einem Nachzug unterwegs
00:17:10: Genau.
00:17:10: Noch weiter in Norden, noch weiter weg von Berlin?
00:17:13: Wie war die Zeit dann?
00:17:13: in Pritzvik oder Övig wie man sagt?
00:17:18: Övigg ja also ein Övrig war das so meine Schwester war ja da schon fast heimlich.
00:17:23: Also die Eltern dort konnten gar kein Wort Deutsch.
00:17:26: Das heißt man ich war gezwungen also eben auch schwedisch zu sprechen War nicht so schlimm.
00:17:32: als Kind lernt man das ziemlich zügig hatte dann ja auch meine Zwillingschwester noch dabei.
00:17:39: Wir konnten uns ja auf Deutsch unterhalten.
00:17:41: Wir waren, wir haben im Winter erlebt mit zwei Metern Schnee.
00:17:46: Ja, wir sind mit dem Spark gefahren was es hier alles gar nicht gab.
00:17:52: Wir haben Ostern in Schweden erlebt Post-Sharing.
00:18:00: Wir hatten Schweden wirklich erlebt und also insbesondere dieses Winter entschwenen und das im April.
00:18:10: Das gibt es heute gar nicht mehr so dort, aber... Also es war irre!
00:18:16: Es waren Traum.
00:18:17: Und da sind wir dann eigentlich immerhin gefahren.
00:18:20: allerdings bestimmte meine Chemie mit denen der Gastelder nicht ganz so.
00:18:27: Ich bin da gerne mit hingefahren und einmal wurde die Gastmutter krank.
00:18:32: So mussten wir dann notfallmäßig nach drei Tagen zu einer anderen Familie.
00:18:38: Und es war dann die Tochter der Organisatorin aus dem Bereich, die selbst als Fünfjährige nach Schweden kamen und ab dem Moment war ich immer bei dieser Familie.
00:18:50: Sie sprach zwar auch Deutsch aber für mich war das so die Kinder, die beiden ganz kleinen Künstler nicht also schwedisch lernen.
00:19:01: Ich war ein Teil der Familie immer.
00:19:03: Also ich habe alles mitgemacht.
00:19:05: Taschengeld, wenn die kleinen Kinder Taschegeld bekamen dann bekam ich es auch.
00:19:12: Es war ein Erlebnis.
00:19:13: Die sind mit mir überall hingefahren hatten wir das alles gezeigt und schon so als zehn da war ich auch schon elf zwölf.
00:19:22: also es war eine Umgebung Traumhaft!
00:19:26: Ich hab meine Liebe zu schweigen da wirklich kennengelernt.
00:19:31: Aber wenn ich das richtig verstehe, war das auch quasi zu unterschiedlichen Jahreszeiten.
00:19:34: Das heißt es waren nicht nur irgendwie so in den Sommerferien oder so sondern wirklich dass ihr dann auch ganz normal in den Alltag integriert worden seid und in die Schule gegangen seid.
00:19:42: Das war alles mit dabei?
00:19:44: Oder wie kann man sich das vorstellen?
00:19:45: Nein, das war nicht so!
00:19:47: Also wir hatten... Die Verschickungen gab es hier im Sommer für sechs Wochen, sagen wir mal fünf Wochen Hier bis fünf Wochen wurde man hingeschickt.
00:19:59: Am Anfang waren es wirklich die ganzen sechs Wochen und dann gab es die Verschickung noch in den Osterfällen, die damals drei Wochen lang waren.
00:20:09: Also diese beiden Fenster im Jahr hatten, um nach Schweden oder sonst wo hin zu fahren.
00:20:16: Wir waren dann meistens in Schweden gewesen.
00:20:19: Und mein kleiner Bruder der ja zuerst in Schwedend war, der ganz oben in Jallivore landete...
00:20:27: Noch weiter im Morgen.
00:20:27: Meine Eltern
00:20:28: gar keine Ahnung hatten, dass man da auch Winter- und Sommersachen braucht.
00:20:33: Der war ja da in vier Monaten und das war ja ganz anders.
00:20:37: Das konnte man durchaus auch machen wenn man noch kein Schulkind war.
00:20:41: dann ist man ich glaube in den Sommer im Winter also Ostern mit hochgefahren und ist nach den Sommerferien wieder zurückgekommen und deshalb waren es so eine lange Zeit bei ihm.
00:20:54: Also es gab nicht die Möglichkeit, uns aus der Schule rauszuleben.
00:20:59: Aber in Schweden waren ja die Schulferien schon auch anders so dass wir durchaus mal die Schule besuchen konnten und das hat meine Schwester dann später immer wieder gemacht.
00:21:12: wo ich hier bei den anderen war im Nootmalling also etwas weiter oben Richtung Ymio und deshalb hatte meine Schwestern natürlich schon ihre ganzen Leute dort.
00:21:22: Also sie kannte die Schule, sie kante die Lehrer.
00:21:26: Sie kannte ... hatte Freunde, sie war wirklich ein bisschen fitter in der Sprache und dann kam eben auch die Anfrage ihrer Familie ob meine Schwester nicht oben wohnen möchte.
00:21:42: Wie alt war die Schwester da?
00:21:43: Wir waren dreizehn also zwölfundhalb Das würde sich keiner heute vorstellen können.
00:21:49: Und wie war dann die Reaktion von deinen Eltern?
00:21:53: Es war erstmal sehr interessant, weil meine Schwestern haben den Brief bekommen.
00:21:58: Wir sind gerade Ostern wieder zurück gewesen aus Schweden.
00:22:01: Der war ja auch schwedisch und sie hat ihn vorgelesen auf Deutsch und hat einfach die Passage ausgelassen.
00:22:08: Ich habe das aber gesehen und stand da hinter ihr und hab gesagt du hast aber was vergessen.
00:22:14: Ja, dann hat sie den Bereich auch vorgelesen und die Eltern schrieben dort also die Gasteltern Sie würden meine Schwester gern adoptieren.
00:22:22: Und das war dann erst mal so Bombs.
00:22:25: Also Das wurde nicht sofort gesagt Nein Sondern Meine Eltern haben sich mit meiner Schwester eingesetzt Haben gesagt was willst du?
00:22:34: Meine Schwester Wollte das unbedingt und Dann Haben sie Sich Mit dem Jugendamt in Verbindung gesetzt weil sie kannten die ja gar nicht.
00:22:44: Wer ist das da drüben und adoptieren sowieso nicht?
00:22:47: Weil dann könnte meine Schwester ja nie wieder zurück.
00:22:49: Das geht ja gar nicht!
00:22:50: Also sie hatten versucht irgendwie, was auch von dieser Familie heraus zu bekommen.
00:22:56: wie sind die... Und das ist eine Familie so die beiden Gasteltern auf ein bisschen älter aber die hatten immer Pflegekinder aus Schweden weiß ich.
00:23:06: Das heißt also das Jugendamt in Schweden wenn man es dann so vergleichen kann kannten Sie Und deshalb gab es keine negativen Aussagen über diese Familie.
00:23:19: Dann wurden wir Geschwister zum Jugendamt gerufen, dann wollten die mit uns sprechen.
00:23:25: Die haben uns natürlich die Hölle heiß gemacht.
00:23:27: wie wir es also gerade mich als Zwillingen wie ich es denn zulassen könnte dass meine Zwillingsschwestern schweden geht.
00:23:36: aber meine Eltern haben sich da gar nicht weiß ich nicht jetzt ausreden lassen sondern sie wollten meiner Schwester das ermöglichen.
00:23:45: Wir wollten später, das war der Hauptgrund, sie wollten später nicht von ihr hören du hast mir meine Zukunft
00:23:53: versaut.".
00:23:54: Das zeugt aber auch vom Krössef der Eltern weil das ist ja schon ein unfassbar schwerer Schritt zu sagen okay da ist irgendeine Familie die man gar nicht wirklich kennt und man sagt ja ok man lässt das Kind eventuell ziehen.
00:24:07: Ja deshalb haben Sie sich über gegen Adoption entschieden sondern haben gesagt Mach deine Schule dort.
00:24:13: Nun war das ja so, wir sind hier in Berlin mit fünf eingeschult.
00:24:16: In Schweden wird man mit sieben eingescholt, sodass als wir als ihr rüber ging, kamen Sie in die siebte Klasse automatisch während ich in Berlin in den neunten landete.
00:24:26: Das heißt also, sie war dann plötzlich wieder mit ihresgleichenden einer Klasse und Ja, für Sie ist es schwieriger wahr?
00:24:36: Wir sind dann vielleicht zweieinhalb Monate später ja hingefahren Und ich wusste, ich bin diejenige, die alleine zurückfährt.
00:24:44: Das muss man auch immer so.
00:24:45: Damals war das noch so... Zwillinge waren meistens eine Person.
00:24:51: Es wird heute anders erzogen aber damals war es zwillinge kommt mal können die zwillingen mal bitte kommen oder könnt ihr mal bitte?
00:24:59: Es gab nicht so sehr machmal außer meine Schwester, die war die Dominante.
00:25:05: Die hat dann gemacht und ich habe mich versteckt hinter ihr Die macht schon, sodass es also für meine Zukunft das Beste war was meine Eltern machen konnten.
00:25:17: Ich bin eigenständig geworden ich bin eine eigene Person geworden ab dem Moment wo meine Schwestern in Schweden landete.
00:25:25: War schwierig aber es war richtig total richtig und natürlich habe auch ich überlegt mache ich den Schritt mal aber ich konnte mich nicht wirklich dazu entscheiden.
00:25:38: Das wollte ich auch gerne fragen, ob das auch für dich mal irgendwann eine Überlegung oder Option war?
00:25:42: Mal da eben gesagt, ich will da komplett hin nach Schweden.
00:25:45: Ich habe ganz viele positiver Erfahrungen gemacht, dass wir da diesen großen Schritt auch wagen oder kam das nie in Frage?
00:25:51: Also es kam schonmal so ein bisschen und auch immer wieder mal später als ich meinen Mann kennengelernt hatte und deswegen sagte er mir naja aber mittlerweile ist es so und das war auch damals ziemlich schnell so.
00:26:04: Ich hatte ja dann meine, mein Hobby.
00:26:07: Ich hatte meine Freunde.
00:26:09: Ich wusste was ich werden will.
00:26:11: Ja in Schweden wären auch Schükschöttersgar gesucht bis zum Geht nicht mehr also Krankenschwester.
00:26:17: Aber ich hatte hier so meinen Leben und dachte mir, dann möchte ich das einfach hier waren und genieße jeden Moment den ich nach Schweden fahren kann viel bewusster und auch nicht immer dort wo meine Schwester ist.
00:26:34: So halten wir das heute noch.
00:26:35: Und mein Mann und ich, wie haben schon gesagt wenn wir mal Rentner sind beide dann kann es sein dass wir mal drei Monate im Sommer in Schweden verbringen oder so?
00:26:45: Das ist so.
00:26:47: Und lebt deine Schwestern immer noch in Örnholz-Wieckers?
00:26:49: Ist sie da in dieser Region auch verhaftet geblieben?
00:26:52: Genau die ist dort gebliebend.
00:26:53: Die hat geheiratet hatte, hat zwei Kinder bekommen mittlerweile geschieden.
00:26:58: Aber sie ist in dieser Region geblieben was für Sie wirklich einfach war dass sie halt einfach die Sprache hatte.
00:27:05: dann hat sie damals sehr schnell Kontakt zur EFS es ist ja die Freikirche dort in Schweden gefunden und gehörte praktisch zu diesem Achas-Familie.
00:27:17: sagen wir mal so war sie der praktisch das achte Kind.
00:27:19: sie gehörten da absolut dazu Da hatte sie ihren.
00:27:25: Also sie war einfach total integriert.
00:27:29: Und für mich war das dann so, wenn ich mal zu Besuch war und auch in der Schule war... Ich habe überhaupt nicht verstanden dass sie die Lehrer dutzte!
00:27:36: Das war ja für mich am Anfang alles neu.
00:27:39: Wie kannst du deinen Schulleiter?
00:27:41: Sie meint es macht man.
00:27:42: Es hat nichts mit Respektlosigkeit zu tun, sondern es ist einfach so.
00:27:47: Du hattest das ja an dem einen Podcast auch erwähnt.
00:27:50: Das fand ich sehr spannend, mal zu hören dass es irgendwann dann erst kam und gar nicht von Anfang an in Schweden so war.
00:27:57: Und ja das war ... sie war halt... Von Anfang an dort anders aufgehoben.
00:28:06: Und das ist so, sie ist Schweden kann mir gar nicht vorstellen wie das wäre wenn sie jetzt hier war.
00:28:13: Sie ist hier, sie is ab und zu mal zur Besuch eher selten hat ihren Kreis dort Ihre Kinder konnten ein bisschen deutsch auch erwachsen.
00:28:26: Sie hat tatsächlich ihre Heimat oder die neue Heimat in Schweden gefunden, du hast in der Mail aber auch geschrieben und hast das vorhin auch schon angerissen, dass du eine zweite Familie oder eine zweite Heimat gefunden hast?
00:28:37: War das dann eher zu dieser dritten Gastfamilie wo du sagst, das war so meine zweite Familie weil du hast ja letztendlich einmal in Eskilsthüner, dann in Örnchelsweg gesagt hast da war es so... Manchmal ein bisschen Spannungsgeladen vielleicht mit der Gastfamilie.
00:28:51: und dann diese dritte Familie.
00:28:52: War das die Familie, wo du auch sagst?
00:28:54: Die war da habe ich mich heimisch gefühlt.
00:28:57: Also es gab später noch eine vierte Familie.
00:28:59: Und zwar als meine Schwester das allererste Mal nachdem sie über nach Schweden zog mit ihrer Klassenkamerade nach Berlin kam.
00:29:10: Da war sie, ich glaube, sechzehn ungefähr.
00:29:14: Und diese Familie hat mich anschließend zu sich eingeladen.
00:29:19: Das war auch in einem Rahmen von Övig, also im Jester und das war... Also da konnte auch gar keiner Schwedisch.
00:29:28: Da war ich natürlich schon anders.
00:29:31: Ich war schon Jugendlicher und trotzdem auch absoluter Teil der Familie.
00:29:37: Ich bin mit denen verreist.
00:29:39: Ich habe dort alles erlebt was nicht den Kontakt zu dieser anderen Familie zu ihr Dritten in Notemorling Schmälert.
00:29:48: Die haben immer jüngere Kinder dann nochmal eingeladen, weil ihre Kinder waren ja auch wesentlich Jünger.
00:29:53: Zu denen habe ich heute auch noch Kontakt.
00:29:55: Ich war ja letztens erst in Schweden und habe natürlich alle besucht!
00:29:59: Das ist ja ein Muss dass man die alle sieht.
00:30:02: aber ich hab zu beiden ein total familiäres Verhältnis und insbesondere eben zu der vierten Familie, weil die Kinder natürlich mein Alter hatten also Karo So alt wie ich, Mari ist so alt wie mein mittlerer Bruder und die Bea ist so Alt wie der jüngste Bruder von uns.
00:30:23: Der Vater lebt leider nicht mehr aber wir sind immer wenn ich hinkomme.
00:30:28: das ist meine Mutter.
00:30:31: Ja kann ich sie nennen?
00:30:33: Sie nennen mich ja auch Tochter Das ist Familie Und meine Eltern waren da auch nie eversichtlich drüber sondern sie fanden es ja schön dass ihre Tochter, ihre Kinder bei Wildfremden so toll aufgenommen werden.
00:30:48: Das finde ich total faszinierend!
00:30:49: Es ist da auch keine Eifershüteleien entstehen, das finde ich wirklich was Schönes.
00:30:54: Ja genau aber die waren natürlich auch bei uns zu Besuch.
00:30:58: also sowohl meine dritte Familie als die Gasteltern logisch kam ja aus Berlin.
00:31:05: dann haben wir uns immer getroffen.
00:31:08: aber auch meine Gastschwestern waren hier bei uns dann eben auch für Ferien und so.
00:31:14: Und was man dort bekommen hat, das gibt man natürlich auch gern zurück.
00:31:17: also das ist so mittlerweile.
00:31:20: letztens war erst ja eine Sohn meiner Pflegeschwester bei uns ein paar Tage zu Besuch selbstverständlich.
00:31:26: Das gehört einfach weitläufig alles zur Familie und es ist auch so.
00:31:33: ich komme nach Schweden macht so wie ein Klick in meinem Gehirn, ich spreche dann Schwedisch.
00:31:38: Ich bin nicht perfekt aber alle sagen hey hallo übst du zu Hause oder was machst du?
00:31:44: Das ist so.
00:31:45: nein mache ich nicht!
00:31:47: Ich träume dann auch in Schwede wenn ich in Schweden bin spätestens nach dem dritten Tag.
00:31:52: das ist so völlig normal.
00:31:55: ich komme wirklich runter.
00:31:57: wieso Tor der Lüngen?
00:31:58: das passt so alles hervorragend.
00:32:01: Ich liebe diese schwedische Musik, die Volkslieder.
00:32:07: Ja das ist so eben auch wirklich wenn ich hinfahre es ist wie Heimat.
00:32:12: Das ist wie eine zweite Heimat, dass es auf einer Hause kommt.
00:32:16: Ist
00:32:16: total schön.
00:32:17: also haben sich hier auch so die Versprechungen oder die Ideen des ganzen Programmes der Berlin bauen auch voll erfüllt in deinem Fall?
00:32:26: Total!
00:32:27: Also ich kann auch jedem das empfehlen ja einfach nach Schweden auch mal zu fahren.
00:32:34: Und wirklich, also ich meine nicht war auch schon in Kiruna.
00:32:38: das ist übrigens mein nächstes Ziel.
00:32:39: Ich muss da unbedingt hingrad diese Stadt insgesamt verschieben versetzen aber es hat ja so viele, so viele tolle Facetten und auch von der Jahreszeit.
00:32:52: Ich fand den November nicht so trist da oben.
00:32:56: Die Schweden die schaffen es mit ihrer Beleuchtung sehr einladend nach außen zu wirken.
00:33:02: Also das ist nicht so dunkel, also ja natürlich sind die Nächte länger, die Tage viel kürzer aber es ist nicht negativ.
00:33:14: Ich fand's nicht negativ.
00:33:15: allerdings habe ich auch noch keinen ganzen Winter dort oben verbracht.
00:33:20: Ja ich finde den Winter tatsächlich wenn man je weiter nach Norden kommt, dass du gehts mir zumindest angenehmer finde ich die Winter eigentlich weil sie dann eben stierreicher sind und Die Beleuchtung ist alles schön.
00:33:30: Ich fand zum Beispiel den Winter, den ich mal in Jüteboi erlebt habe durchaus anstrengend aber da ist es dann eher so nass kalt, grau, eklig und das kann dann schon auf die Nerven schlagen irgendwann mal.
00:33:41: Aber im Norden finde ich den wunderschön.
00:33:45: Das ist so irre mit dem Spark überall langzufangen.
00:33:47: also wer hat denn sowas?
00:33:48: Ich meine ich hab hier auch einen, das muss ich sagen!
00:33:50: Ich hab einen zu Hause und ich kann ihn auch wirklich manchmal benutzen.
00:33:55: Es ersteht nicht nur um Durch diese Landschaft, so wann dieses Knistern unter den Sohlen.
00:34:03: Diese weiten, auch diese zugefrorenen Sehen... Also ich habe oben in Lappland Eisangeln gemacht mitgemacht, mit einem Rentierfell hingeworfen aufs Eis ein Loch gebohrt und dann da gesessen gelegen und geguckt ob ich einen Fisch an der Angel habe.
00:34:19: Auch wenn ich die nicht esse.
00:34:20: aber die Winter haben noch was total faszinierendes.
00:34:25: Die Luft ist so Je nachdem man fährt, die ist nicht so nass.
00:34:30: Die ist eher trocken und deshalb empfinde ich diese Kälte gar nicht so extrem.
00:34:36: Wie war das als Kind?
00:34:37: Du hast es diese ganzen Erlebnisse wunderbar beschrieben Und es erlebt man da sondern kippen wieder nach Berlin zurück hat wieder die Großstadt hat die Berliner Schnauze die ja auch gewöhnungsbedürftig ist, gut wenn man vielleicht da aufwechselt.
00:34:50: Vielleicht nicht aber zumindest anders ist als der Umgang in Schweden vielleicht miteinander.
00:34:55: Wie war das als Kind?
00:34:57: War es dann okay für dich?
00:34:58: War das einfach so mal kommt zurück und dann ist eben andere Ort alles wieder in Ordnung.
00:35:02: oder hast du dann auch vielleicht mit Berlin gehadert oder sowas in manchen Momenten?
00:35:08: Also wenn man zurückkommt direkt erstmal merkt man ja sofort dass alles in Berlin hektisch ist.
00:35:13: Das ist so das Erste.
00:35:15: Denn am Anfang sind wir ja auch immer mit einem Zug gefahren, man ist ja eingestiegen und weiß ich wann irgendwann da umgestiegen oder nochmal umgestigen und dann kommt man hier an und dann ist alles so stressig.
00:35:29: Alle wirken so als ob sie keine Zeit haben.
00:35:32: Das ist mir sehr aufgefallen und ich hatte auch das Gefühl dass die Schweden was Kleidung betrifft ein bisschen lockerer waren.
00:35:41: Wenn hier die Kinder untereinander schon mal gucken, was du anhasst.
00:35:44: Dass das in Schweden nicht so ist also dass sie eher sagen Du kannst auch tragen was du willst damals.
00:35:53: Also es war als Kind Das Gefühl was ich hatte Ich hatte ja Tagebuch immer geschrieben auf den Fahrten Die hab' ich ja noch alle.
00:36:03: Also ich habe schon meine Erinnerung auch und ich hab' auf die Fotoalben Und hab' den Kontakt Ich guck mir gerne Dokus an, höre mir gerne Sachen an überschwenen und alleine.
00:36:14: das sind ja so Sachen wo dann Erinnerungen immer so Pöa-Pö auch hochkommen.
00:36:20: Also die man vielleicht doch ein bisschen verdrängt hat und dann doch wieder da sind und sagen Ja genau so war es.
00:36:26: ich mache jedes Jahr um im Oktober meine Zinsschnecken habe ich gerade alle erst wieder gebacken.
00:36:30: also Das sind so Rituale diese schon drin sind.
00:36:35: Das heißt,
00:36:38: das ist auch viel Schweden in deinem Alltag so integriert.
00:36:41: Ja, total ist es.
00:36:44: Okay, ja, das Programm wurde in three-neunzig nach der Wiedervereinigung dann allmählich eingestellt.
00:36:50: Kannst du dir sowas heute noch vorstellen?
00:36:52: Dass so etwas oder so ähnliches funktionieren könnte weil es schon spannend ist dass Eltern ihre Kinder für einen längeren Zeitraum weggeben Auch wenn dann im Berlin der neunzehnten Jahr die Not Nicht mehr so groß war es wie vielleicht Ende der Fizigerjahre.
00:37:08: Damals wurde das gemacht, ich kann mir vorstellen als heute ganz viele Eltern das sagen.
00:37:13: Das geht nicht!
00:37:13: Das würde ich nie tun.
00:37:15: Wäre das heute doch möglich?
00:37:16: Oder wie schätzt du das ein?
00:37:17: Also ich schätze ja dass mittlerweile so ein, dass die Eltern immer weniger loslassen können.
00:37:22: also es gibt ja immer mehr... heutzutage sagt man ja Helikoptereltern, Rasenmeereltern sind auch Begriffe, die ich jetzt erst so ein bisschen gelernt habe Praktisch über alles wachen wollen, was so ihre Kinder machen und das kann nicht immer der Vorteil sein.
00:37:38: Und ich finde es ja schön wenn es sowas gäbe.
00:37:41: Ich glaube möglich ist es nur noch privat.
00:37:44: Das heißt also meine Tochter war auch in Schweden bei meiner Zwillingschweste als junger war in den Ferien und hat dann noch eine Bräunin mitgenommen.
00:37:55: Meine Tochter ist übrigens auch ein total großer Schweden-Fan.
00:37:58: mittlerweile logisch Aber so etwas über das Jugendamt zu organisieren, ich glaube es ist den Ämter mittlerweile auch zu teuer.
00:38:09: Aber es fände schon schön wenn viele so eine Möglichkeit hätten und Es ist schade dass es eingeschlafen ist, dass man das nicht mehr weiter geführt hat.
00:38:20: Okay, du hast gesagt die Eingasteltern leben nicht mehr die Du hattest?
00:38:25: Ja Was würdest Du gerne noch was sagen Wenn Du ihn noch etwas sagen könntest?
00:38:30: Ich hatte ihm einen Brief geschrieben, der ist nicht angekommen und deshalb habe ich ihn nach der PIA gesucht.
00:38:35: Das war meine Gastschwester und dann hatte ich das über Facebook gesucht und da gab es einen, der meinte er forscht mal ein bisschen nach und hat mir dann den Facebook link geschickt wo ein Bild war und ich dachte, dass sieht genau so aus wie früher.
00:38:48: und hier habe ich angeschrieben.
00:38:51: Ich hatte einen Brief beschrieben, der aber angekommen ist anscheinend weil sie meinte ja sie weiß von dem Brief Da lag ihre Mutter gerade im Sterben und ihr Vater lebte schon nicht mehr.
00:39:02: Und in dem Brief hatte ich mich nämlich bedankt für alles, und mir war das wichtig Sie konnte damit gar nicht erst mal so viel anfangen hat sich natürlich dann schon auch erinnert aber hatte natürlich durch diese Krankheit und durch dieses Sterben ihrer Mutter auch ganz viele andere Sachen im Kopf.
00:39:19: Wir haben uns dann um wir haben lange telefoniert.
00:39:23: Ich habe gesagt dass ich ein Schade finde dass ich es selber nicht mehr machen konnte Weil es sehr prägend für mich war, diese Aufenthalt und erst recht diese tolle Reise um Schweden herum.
00:39:35: Aber alle anderen die dort sind wissen das.
00:39:38: den habe ich immer gesagt dass ohne sie nie so mein Leben wäre wenn es sie nicht gäbe.
00:39:47: aber auch meine Eltern natürlich leben beide auch nicht mehr.
00:39:50: meinen Eltern habe schon auch Gedanken dafür dass wir uns die Möglichkeit gegeben haben.
00:39:55: Es ist auch wie selbstverständlich, wirklich nicht.
00:39:57: Also ich kenne irgendwie in meinem Umkreis kaum jemanden der seine Kinder alleine auf Reisen geschickt hat, auch wenn es eine Kinderverschickung war.
00:40:07: die meisten sind mit ihren Kindern zusammenverreist.
00:40:11: das hatten wir wiederum nicht.
00:40:13: aber ja also ich war immer dankbar bin es heute noch und ja also es hat sehr sehr sehr geprägt.
00:40:25: Du hast eine total schöne Geschichte.
00:40:27: Ich danke dir wirklich sehr, Martina, dass du da heute den Week ins Elchkoststudio gefunden hast von dieser Geschichte erzählt hast und auch so schöne Worte gefunden hast zu Schweden was bei dir auslöst, was Schweden für dich bedeutet.
00:40:40: Das finde ich wirklich eine ganz, ganz wunderbare Geschichte.
00:40:44: Danke für die Möglichkeit!
00:40:45: Dankeschön auch.
00:40:48: Eine letzte Frage noch.
00:40:51: Das nächste Reiseziel, oder steht schon irgendwie ein konkretes Ziel an?
00:40:56: Ist es Kiona?
00:40:57: Also meine nächste Fahrt ist auf jeden Fall... Ich leite ja einen Kinder- und Jugendkoal Und ich bin auch mit dem Koal schon mal in Schweden im Jahr.
00:41:07: Natürlich hat mein Zwillingschwester Coreleitung studiert und ich mache das als Hobby waren wir dort zu Gast, aber mit den Älteren fahre ich nächstes Jahr nach Stockholm.
00:41:17: Also ich will möglichst vielen einfach auch diese Stadt zeigen.
00:41:21: Ansonsten war ich noch nicht in Göteburg jedenfalls nicht bewusst als Kind.
00:41:25: ja das wäre so ein Ziel.
00:41:28: Ich würde gerne mal Künxle diesen Wanderweg mal machen mit meiner Tochter.
00:41:36: Aber oben nach Kiruna dann Mit der Bahn, also auch dadurch gar nicht mit dem Auto.
00:41:43: Das wäre so ein Wunsch von mir!
00:41:46: Also das würde ich schon auch noch unbedingt machen und einfach Schweden in anderen Bereichen kennenlernen die ich noch nicht gesehen habe aber schon gehört habe.
00:41:57: Danke!
00:41:58: Okay wunderbar, das sind ja auf jeden Fall schöne Ziele dabei.
00:42:00: Ich wünsche dir auf jeden fall ganz viel Freude schon bei der Planung, auch bei der Vorfreude natürlich.
00:42:05: Und vielen Dank dir und dir da draußen wünsche ich eine wunderschöne Woche.
00:42:10: Alles okay?
00:42:34: Ja.
00:42:42: Elkos, der Podcast für Schweden.
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